Steckbrief des Wolfes
Art:

Der wissenschaftliche Name des Wolfes lautet ,,Canis lupus". Durch genetische Untersuchungen weiß man inzwischen, daß es etwa ein Dutzend Wolfsunterarten gibt. Die Unterarten unterscheiden sich oft durch Größe, manchmal auch durch. Farbe.

Aussehen:

In Europa sind Wölfe einheitlich graubraun. Nordamerikanische Wölfe sind jedoch zu etwa 50 Prozent schwarz. Canis lupus arctos, im hohen Norden Kanadas zu Hause, ist völlig weiß. Das Durchschnittsgewicht der Wölfe schwankt zwischen 20 Kilogramm (Arabien) und 45 Kilogramm (Alaska). In Extremfällen kann ein Wolf auch bis zu 70 Kilogramm wiegen.

Verbreitung:

Wölfe lebten früher fast auf der gesamten Nordhalbkugel. Heute sind sie in Nordamerika auf Alaska, Kanada und kleine Gebiete in den USA beschränkt. In Asien sind Wölfe nur im südlichen Teil ihrer Verbreitung (Indien, Südchina, Teile der arabischen Halbinsel) vom Menschen weitgehend ausgerottet worden. Auch in Europa sind sie noch weit verbreitet. Nur die britischen Inseln, Island und einige Länder Mitteleuropas (BeNeLux-Staaten, Schweiz, Österreich und Dänemark) beheimaten keine Wölfe mehr. Nach Deutschland und Frankreich wandern Wölfe gerade wieder zurück.

Geschwindigkeit:

Auf ihren Streifzügen legen Wölfe oft 20 oder mehr Kilometer in einer Nacht zurück. Im lockeren Trab bewegen sie sich mit ungefähr 8 km/h fort. Bei der Verfolgung von Beutetieren werden sie kurzzeitig über 50 km/h schnell. Haben die Wölfe ihre Beute nach wenigen hundert Metern aber nicht eingeholt, geben sie schnell auf.

Rudel:

Familienverbände aus meist fünf bis zehn Tieren, bei denen es sich in der Regel um Elterntiere mit ihren Welpen und den Welpen des Vorjahres handelt. Stehen den Wölfen schwere Beutetiere zur Verfügung, kann ein Rudel auch einmal bis zu 20 Wölfe groß sein.

Dichte:

Darunter versteht man die Zahl von Individuen einer Tierart, die auf einer bestimmten Fläche leben. In Ländern mit gesunden Wolfsbeständen schwankt die Wolfsdichte je nach Nahrungsangebot zwischen drei und vierzig Wölfen pro 1000 Quadratkilometer. Zum Vergleich: In bayrischenVoralpenrevieren gibt es auf der selben Fläche im Durchschnitt 15.000 Rehe.

Lebenserwartung:

Zoowölfe werden oft über zehn Jahre alt. In freier Wildbahn aber sterben die meisten Wölfe bereits in den ersten zwei Lebensjahren. Nur etwa fünf Prozent der freilebenden Wölfe werden älter als sechs Jahre.

Lebensraum:

Die Ansprüche des Wolfes an den Lebensraum sind ausgesprochen gering. Wölfe können überall leben, wo es genügend Beutetiere gibt und einige ungestörte Winkel, in denen sie ihre Welpen aufziehen können.

Fortpflanzung:

Die Paarung findet je nach den klimatischen Bedingungen zwischen Februar und April statt. In einem Rudel werden jedes Jahr in der Regel drei bis sechs Welpen geboren. Nach einer Tragzeit von 62 bis 64 Tagen kommen sie meist in einer Höhle zur Welt.

Überlebensfähige Population:

Um Inzucht und dadurch Unfruchtbarkeit zu vermeiden, müssen die Wölfe über große Entfernungen hinweg miteinander in Kontakt bleiben. Solange die wichtigsten Wanderkorridore nicht durch Autobahnen zerschnitten werden, können in Mitteleuropa bereits wenige Wanderwölfe dafür sorgen, daß der überlebenswichtige Austausch von Wolfsgenen stattfindet.


Cartoons und Inhalt © by Thorsten Hardel. Kopieren von Inhalten oder Grafiken nur nach schriftlicher Genehmigung.

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