Wolfsvater Thomas Kappe besucht sein  Rudel

Kurze Zusammenfassung über die Arbeit von Thomas Kappe

Vor acht Jahren zog Thomas Kappe die drei älteren Wölfe aus dem Wildpark Eekolt - André, Juri und Olga - im Institut für Haustierkunde in Kiel auf. Grundlage für seine Forschungsarbeit war das Verhalten der Wölfe untereinander. Für bestimmte Fragestellungen war es daher hilfreich, die Tiere selbst aufzuziehen. Thomas Kappe wollte herausfinden, was den Tieren angeboren war und was sie lernen mußten. er konnte nun den Unterschied im Verhalten von selbstaufgezogenen Wölfen und den bei Wölfen aufgewachsenen Tieren beobachten. Hierbei stellte er fest, daß das meiste angeboren ist, die Wölfe also relativ wenig lernen müssen.

Als die Welpen etwa zehn Tage alt waren, wurden sie der Mutter weggenommen. Dann sind die Tiere noch blind und taub, können also nichts sehen und hören. Wenn sie dann mit etwa mit zwölf Tagen die Augen öffnen und mit zwei Wochen etwas hören können, sehen und hören sie als erstes den Menschen, der sie aufzieht. Sie entwickeln sofort Vertrauen und auch später haben sie eine feste Bindung zu ihm. Zuerst bekommen die Welpen alle 2 bis 3 Stunden das Fläschen - auch nachts - bis man nach sechs vbis sieben Wochen endlich wieder mal eine Nacht durchschlafen kann.

Thomas Kappe machte aber sofort deutlich, daß es nicht empfehlenswert ist, selbst einen Wolf aufziehen zu wollen. Zum Glück ist dies bei uns noch nicht so verbreitet, wie vielleicht in den USA. Denn dies kanndurchaus problematisch werden, wenn die Tiere geschlechtsreif werden. Dann wäre es durchaus möglich, daß das Verhalten der Wölfe in Aggressivität umschwenkt. Wölfe sollten in zoologischen Einrichtungen gehalten werden oder in wissenschaftlichen Einrichtungen aber sie gehören keinesfalls in Privathände.

Weiter führte Herr Kappe aus, das er noch immer die Tiere in Eekholt besucht und genauso wie er sich über ein Wiedersehen freut, scheinen sich auch die Tiere zu freuen, ihn zu sehen. Sie kommen dannn freudig schwanzwedelnd an den Zaun, um ihn zu begrüßen.

Ein wunderbares Erlebnis für ihn war etwa vor drei Jahren, als er sein Rudel in Eekholt besuchte, das gerade Nachwuchs bekommen hatte. Er ging in das Wolfsgehege, in dem die Alphawölfin Olga in ihrer selbstgegrabenen Höhle Welpen zur Welt gebracht hatte. Nach vier Wochen etwa verlassen die Welpen die Höhle aber dies war noch nicht der Fall und so wußte niemand, wieviel Babys Olga hatte. Thomas Kappe ist dann mit dem Alphawolf André zur Wurfhöhle gegangen. André legte sich schließlich davor und ließ sich streicheln. Nach einer Weile gab er kurze, fiepende Laute von sich. Das Ergebnis war, daß die Welpen tatsächlich aus dem Bau herausgekrabbelt kamen, schauten sich ein wenig um und ließen sich sogar streicheln. Dann kam sogar Olga und hat die Welpen gesäugt. Dies war ein wunderschönes Erlebnis.

Erneut warnte Thomas Kappe aber davor, nun selbst die Hand zum Streicheln durch den Zaun zu stecken, denn nur seine besondere Beziehung zu den Wölfen ermöglicht ihm diese Form der Zuneigung. Wölfe sind keine Tiere, die man streicheln soll.

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